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Prävention als Wachstumsmarkt und Chance
Seit zwei Jahren initiiert die Schweizer Bundesregierung einen neuen Anlauf für ein Präventions- und Gesundheitsförderungsgesetz. Ziel ist die Vereinheitlichung und Zusammenführung der bisherigen Regelungen. Für die Fitnessbranche ergeben sich daraus vielfältige Möglichkeiten: Sowohl als Träger und Vermittler von Gesundheits-Know-how als auch als wichtiger Anbieter von qualitativ hochwertigen Präventions- und Trainingsmöglichkeiten.
Bis Jahresende soll das Gesetz dann auch verabschiedet werden. Für die Fitnessbranche ist es daher wichtig, sich der eigenen Kompetenzen und Möglichkeiten bewusst zu werden. Sowohl das Know-how als auch die für eine adäquate Umsetzung notwendige Infrastruktur der Fitnessbranche sind Tatsachen, die in die gesetzgeberische Umsetzungsplanung mit einfliessen sollten. Die Fitnessbranche wird nicht von allen Beteiligten als gesetzter Spieler auf dem Spielfeld der medizinischen Prävention gesehen. Mit einem qualitativ hochwertigen Angebot kann sich die Branche aber dauerhaft als Marktteilnehmer in diesem Markt etablieren.
Der Status Quo
Das Präventionsgesetz nutzt der Branche insofern, als dass durch die allgemeine Diskussion der Beitrag der Fitnessbranche zur Prävention ins öffentliche Bewusstsein befördert wird. Studios bieten dauerhaftes Training und Bewegung. Wie im europäischen Ausland teilweise schon geschehen, ist auch eine Abrechnung über die Krankenkassen möglich. Noch hat aber keine Schweizer Krankenkasse eine endgültige Entscheidung dazu getroffen. Insider rechnen mit Entscheidungen bis Ende des Jahres. Beispiele aus anderen Ländern zeigen, dass sich Prävention gesellschaftlich und für die Krankenkassen auch wirtschaftlich bezahlt macht. In einigen europäischen Ländern sind mit Präventionsgesetzen bereits gute Erfahrungen gemacht worden. So haben Frankreich 2004, Schweden und Norwegen in diesem Jahr ein Präventionsgesetz eingeführt.
In Deutschland ist das Gesetz zwar noch im Gesetzgebungsverfahren, die für die medizinische Fitness wichtigen Elemente sind aber schon seit vier Jahren umgesetzt. Dabei wird besonders Wert auf die Qualität der Massnahmen gelegt. Das heisst, dass sowohl Kurskonzepte, als auch die Qualifikation der Trainer und die Qualität der Geräte vorab von den Krankenkassen geprüft werden müssen. Die Kurse bestehen aus zehn bis zwölf aufeinander aufbauenden Einheiten und sollen Wissensvermittlung und aktives Training miteinander verbinden. Sie sind folgenden fünf Schwerpunkten zuzuordnen:
- Herz-Kreislaufaktivierung,
- Stärkung des Bewegungsapparates,
- Stressabbau und Entspannung,
- Ernährung u. Gewichtsreduktion sowie
- Suchtprävention.
Die Bearbeitung dieser Schwerpunkte bewegt sich im ganzen Spektrum von der primären über die sekundäre bis hin zur tertiären Prävention (siehe Kasten). Möglicherweise werden die Schweizer Krankenkassen zur schnelleren und einfacheren Umsetzung auf die bewährten Modelle aus Deutschland und Frankreich zurückgreifen.
Qualitative Voraussetzungen
Die Fitnessbranche kann sich im Präventionsmarkt dann behaupten, wenn sie sich an klaren Qualitätsmassstäben orientiert:
- Testing und Dokumentation: Vor Aufnahme des Trainings muss abgeklärt werden, welche Leistungsfähigkeit beziehungsweise welche Einschränkungen der zukünftig Trainierende hat. Dies gilt vor allem bei Angeboten der sekundären und tertiären Prävention. Diese Testdaten müssen regelmässig aktualisiert und entsprechend dokumentiert werden, um die Wirksamkeit der Massnahmen gegenüber den Trainierenden, den behandelnden Ärzten aber auch den möglichen Geldgebern (Krankenkassen, Unfallkassen oder Arbeitgebern) belegen zu können.
- Trainerqualifikation: Der Bereich Medical Fitness sollte keineswegs nur den niedergelassenen Physiotherapeuten und Kliniken überlassen werden. Bei entsprechender Trainerqualifikation und kursspezifischen Zusatzausbildungen kann auch der Fitnessbereich gute Leistungen im Medical Fitness erbringen.
- Qualität der Kurskonzepte: Im Fitnessbereich eingesetzte Kurse zielen sowohl auf die Verhaltens- als auch auf die Verhältnisprävention ab, wobei das persönliche Verhalten durch Vermittlung von speziellen Kenntnissen mit einer persönlichen Trainingserfahrung kombiniert werden muss. Die Kurskonzepte müssen dazu wissenschaftlich erarbeitet und entsprechend zugelassen werden.
- Geräte und Einrichtung: Die eingesetzten Geräte müssen dem europäischen Medizinproduktegesetz (MPG) entsprechen (www.swissmedic.ch). Zusätzlich muss die Trainingsleistung protokolliert und mit der Leistungsverbesserung dokumentiert werden.
Prävention als Businessmodell
Entscheidend für das Überleben einzelner Unternehmen und Studios ist eine klare Fokussierung. „Für uns liegt die Zukunft nicht im Niederpreis sondern im Gesundheitsmarkt“, so Rolf Hugi, Inhaber und Geschäftsführer der Lysspark Fitness GmbH in Lyss. „Dabei ist die glaubwürdige und langfristige Zusammenarbeit mit Ärzten und anderen Gesundheitsanbietern von hoher Bedeutung“. In der Tat: Mit dem Gesundheitsbereich liegt ein interessantes Marktsegment weitgehend unbearbeitet vor. Dieser wächst am stärksten und wird durch die Alterspyramide (demographischer Wandel) in den nächsten Jahren weiter an Bedeutung gewinnen. Auch und gerade die aktuellen Diskussionen über die Einsparung im Gesundheitswesen erfordern mehr Eigenverantwortlichkeit und Eigeninitiative von jedem Einzelnen. Hierin liegt die grosse Chance der Fitnessbranche. Mit gezielten, qualitativ hochwertigen Angeboten kann sie sich damit eine wirtschaftlich stabile Zukunft sichern.
Den bislang typischen Einstieg in den Gesundheitsmarkt stellen Zirkelkonzepte dar. In der konkreten Anwendung vor Ort muss dieses Angebot durch eine enge Zusammenarbeit mit umliegenden Ärzten, den Krankenkassen und gegebenenfalls lokalen Arbeitgebern abgesichert werden. Mit dem Projekt „Gesundheitszentrum“ hält die Unternehmensberatungsgesellschaft Competence Center International (CCI) ein modulares Konzept bereit, das den Einstieg in den Gesundheitssport von verschiedenen Seiten begleitet.
Das „Gesundheitszentrum“
Im Mittelpunkt des Konzeptes steht der Gerätezirkel von Technogym, der dem europäischen Medizinproduktegesetz entspricht. Für viele Ärzte und Physiotherapeuten sind aus ihrem professionellen Selbstverständnis heraus solch zugelassene Geräte eine zwingende Voraussetzung, um überhaupt eine Zusammenarbeit zu erwägen. Für Beratung und Begleitung zeichnen die Berater des CCI verantwortlich. Sie kümmern sich um:
- Markt- und Wettbewerbsanalysen,
- eine Strategieberatung mit der Studioleitung,
- Schulungsmassnahmen für den Vertrieb und
- Aufbau eines lokalen Ärztenetzwerkes (je nach örtlicher Gegebenheit werden auch andere Gesundheitsanbieter oder die Arbeitgeber der Region in das „Zuweisernetzwerk“ mit einbezogen).
In Deutschland wird das Konzept bereits angewendet. Der Betreiber des Studios Kerngesund in Wehingen in Baden-Württemberg erklärt: „In unserem ländlich geprägten Umfeld konnten wir so durch ein attraktives Fitnessangebot nicht nur geschätzte 20% der Bevölkerung, sondern auch eine Vielzahl von Hausärzten vor Ort mobilisieren und begeistern. Das führen wir auf das zielgruppengerechte Marketingkonzept und ein gut gepflegtes Ärztenetzwerk zurück“. Nicht zuletzt durch diese umfangreiche Erfahrung in Deutschland garantiert das CCI seinen Kunden sogar eine Erfolgsgarantie. Über 24 Monate nach Projektstart werden Umsatzziele garantiert. Erreicht das Studio die Ziele nicht, erfolgt eine Erstattung des entgangenen Gewinns durch das CCI. Voraussetzung einer Erstattung ist natürlich die Einhaltung der vereinbarten Spielregeln, z.B. die ordnungsgemässe Aufstellung der Geräte.
Ausblick
Für die Zukunft ist mit einem starken Wachstum des Marktes für medizinische Fitness zu rechnen. Dies ist in letzter Konsequenz auch unabhängig davon, ob die Krankenkassen sich letztendlich für oder gegen Abrechnungsmöglichkeiten für Fitnessprävention entscheiden. Die Erfahrungen in anderen Ländern haben gezeigt, dass die Kassenabrechnungsmöglichkeit im Rahmen der Gesamtlösung nur einen sehr kleinen Anteil hat. Wenn Sie sich in diesem Markt dauerhaft etablieren wollen, sollten sie jetzt durchstarten.
Jan Kuhnert – Diplom-Ökonom ist Geschäftsführer der Unternehmensberatung Competence Center International. Er war massgeblich an der Entwicklung und Anwendung des Konzeptes „Gesundheitszentrum“ in Deutschland beteiligt und entwickelt dieses nun für weitere europäische Länder weiter.
Kontakt: competence.center(at)gmx(dot)ch




