Marktführer Migros

Die Migros Fitness-/Wellnessparks sind Marktführer im Fitness- und Wellnesssektor und expandieren kontinuierlich. Welche Strategien und Ziele verfolgt das Unternehmen? Sind weitere Übernahmen von Fitnesscentern oder Neueröffnungen geplant? Wir haben mit Migros und Experten aus der Fitnessbranche gesprochen.  

Angefangen als mobiler Lebensmittelhändler avancierte die Migros schnell zu einem Food-, Non-Food und Dienstleistungsanbieter und der grössten Detailhandelskette der Schweiz. Neben den Supermärkten entstanden bald Tankstellen, Banken, Buchhandel, Restaurants, Magazine, Klubschulen und Fitnessstudios unter dem Namen Migros.

Vormarsch im Fitnessmarkt
Mit der Gründung von Fitnesscentern (1. Fitnesspark 1977: Fitnesspark in Luzern) in den 80er Jahren und der aktuellen Übernahme von Fitnessketten wie Activ Fitness, Flower Power und der TC Training Center der TC Innerschweiz hat sich Migros ein festes Standbein in der Fitnessbranche geschaffen. Inklusive des im Frühjahr 2010 in Bülach eröffnenden Activ Fitness zählt die Migros 40 Fitnessanlagen. In diesem Jahr (2009) sind dazugekommen:
Activ Fitness: Kloten und Uster,
FlowerPower: Olten und Solothurn
Fitnesspark: St. Gallen.

Rund 87.000 Jahreskarten-Mitglieder, davon 52.500 Mitglieder in den Fitnessparks, zählen die Migros Fitness-/Wellnessparks. (Die Zahlen wurden Ende 2008 ermittelt und beinhalten die Anfang 2009 übernommenen TC Training Center der TC Innerschweiz. Nicht enthalten sind die Mitglieder der Bäderparks Bernaqua und Säntispark). „Die Initiative zur Eröffnung des ersten Fitnessparks kam aus der Genossenschaft Luzern. Die Idee führt auf den Migros- Gründer Duttweiler zurück. Er engagierte sich, elitäre Sportarten zum Volkssport zu machen. In der Vergangenheit hat die Migros beim Tennissport wie später auch beim Golf einen vergleichbaren Fortschritt erzielt“, erklärt Andrea Ming, Leiterin des Bereichs Freizeit der Klubschule und Freizeitanlagen des Migros-Genossenschafts- Bundes.

Strategie und Ziele
Das Ziel sei es, einer breiten Masse der Bevölkerung ein adäquates Gesundheitsangebot zu bieten. Deshalb sei die Bandbreite der unterschiedlichen Formate und Abonnementspreise so gross, so die Leiterin des Bereichs Freizeit der Klubschule und Freizeitanlagen weiter. Auch in Zukunft wolle die Migros weiter im Fitnessmarkt expandieren und laut Andrea Ming „ein flächendeckendes Fitness- und Wellnessangebot sowie eine ideale Vernetzung von Stadt und Land schaffen, welches dem einzelnen Kunden ermöglicht, sowohl am Arbeits- wie auch am Wohnort zu trainieren und zu entspannen.“

Starker Konkurrent
„In einem sich stets wandelnden Markt ist es Migros gelungen, neue Kundensegmente anzusprechen, die bisher nicht von der Branche erreicht wurden“, so ein Fachmann aus der Fitnessbranche gegenüber der body LIFE Swiss. Die Migros baue ihre Marktführerschaft weiter aus, indem sie ihr Leistungsangebot mit verschiedenen Formaten und Preis-Leistungsangeboten für die unterschiedlichen Ansprüche der Kunden mache. Wie aber sollen kleine Fitnessclubs mit solch einem starken Rivalen umgehen? „Konkurrenz belebt den Markt und fordert heraus, besser zu sein. Wer überragende und marktgerechte Leistungen bietet, braucht sich nicht zu fürchten. Migros wird aber zu einem mächtigen Konkurrenten für diejenigen Fitnesscenter, welche die Veränderung im Markt verschlafen und an den Bedürfnissen vorbei produzieren“, ist sich Willi Seiler, Unternehmensberater, sicher. Zwar sei die Migros im Fitnesssektor laut Roland Steiner (SFGV) noch weit von einer Monopolstellung im Fitnessbereich entfernt, da von den 490 qualitopzertifizierten Centern inklusive der in letzter Zeit dazugekauften Clubs nur 40 Center der Migros gehören, aber, „sollte die Migros ihren Übernahmerhythmus beibehalten, könnte es längerfristig zu Problemen kommen“, fügt er hinzu. Sollten die Fitnessclubs Trends ignorieren und die Migros zudem flächendeckend auch in den kleineren Städten und Ortschaften eigene Center eröffnen – was sie bisher nicht getan hat – und parallel dazu ihre Verkaufs- und Distributionsmöglichkeiten auf die Migros-Detailhandelsgeschäfte ausweiten, könnte das für viele Center das Aus bedeuten, warnt ein weiterer Experte.
Geprüft werden laut Migros Genossenschaftsbund ein Fitnesspark in Luzern auf der Allmend sowie Standorte in der Genossenschaft Aare für das Format Flower Power und Zürich für das Format Activ Fitness. Auch die anderen Genossenschaften stellen Überlegungen an, weitere Standorte für die kleineren Formate zu eruieren. Insofern wird es auch in den nächsten Jahren zur Expansion kommen. Umfang und Tempo der Neueröffnungen und Übernahmen hingen laut Andrea Ming jedoch von den jeweiligen Genossenschaften ab, die die Anlagen operativ betreiben.