Wohlfühl-Werbung

Wellness-Werbemittel gestalten

Wussten Sie schon, dass Sie sich in zwei Sekunden für oder gegen etwas entscheiden? So kurz ist der Augenblick, den Sie Zeit haben, Ihre zukünftigen (Wellness-)Kunden auf sich aufmerksam zu machen. Lassen Sie diesen Augenblick nicht ungenutzt verstreichen, sondern nutzen Sie ihn – und sprechen Sie Ihre Zielgruppe mit emotionaler Werbemittelgestaltung an.

Was man dafür benötigt, ist das Verständnis für den Kunden selbst. Man muss sich in dessen Lage versetzen, um zu begreifen, wie der potenzielle Kunde gezielt und bewusst angesprochen werden muss. Nur wenn man die Bedürfnisse seiner Zielgruppe kennt, kann man Werbemassnahmen emotional so verpacken, dass sich die „Zielpersonen“ innerhalb von zwei Sekunden angesprochen fühlen.

Diese Aufmerksamkeit erreicht man u.a. durch eine ausgeklügelte Bildsprache, die insbesondere in Werbebroschüren zum Einsatz kommen kann. Hierbei gilt es zu beachten, dass Fotografien grossflächig verwendet werden, denn eine grosszügige Gestaltung verrät auch immer etwas über die Philosophie eines Unternehmens und deren Betreiber. Grosse Fotografien sind Stellvertreter von Weite und Offenherzigkeit und zeigen insbesondere im Wellnessgewerbe dem Interessierten detailgenau, was er erwarten kann. Hingegen wirken kleine Bilder, als wolle man etwas kaschieren oder verstecken.
Bei der Motivwahl allerdings ist mit äusserster Umsicht vorzugehen. Es gibt beispielsweise viele Hotelprospekte, in denen Gäste zu sehen sind, die gerade Wellness-Angebote geniessen oder an der Hotelbar in netter Begleitung einen Cocktail zu sich nehmen. Hier versucht man zwischen Hotel und Gast eine emotionale Verbindung herzustellen, was sich aber auch durchaus negativ auswirken kann. Denn nicht jeder kann sich mit den im Prospekt abgebildeten Personen identifi zieren und agiert so zwischen Angebot und Interesse auf einer rein sympathiebezogenen Ebene.

Menschen vermitteln Sympathie oder Antipathie. Wer sich selbst nicht in den abgebildeten Personen wiedererkennt, der kann sich auch meistens nicht mit den offerierten Leistungen identifizieren. Das einfachste Beispiel ist das Wellness- Hotel, das um die Gunst der Gäste ab 50+ mit Fotografien von 20-jährigen Models wirbt. Umgekehrt genauso: Hier ist eine zielgruppenspezifische Werbung unerlässlich und diese bringt auch den gewünschten Erfolg. Doch nicht nur geeignete Fotografien tragen zu einer erfolgreichen Werbung bei. Es ist auch das Papier, auf dem die Werbung gedruckt wird.
Menschen sind multisensorische Wesen und verlassen sich möglichst ungern auf nur einen Sinneseindruck. Die Gesamtheit von Sehen, Hören, Riechen, Fühlen und auch Schmecken macht einen Sinneseindruck erst komplett. So wundert es nicht, dass neben einer ansprechenden optischen Gestaltung dem Papier eine wichtige Bedeutung beigemessen werden muss. Strukturierte oder satinierte Papiere wirken edel – sie erzählen eine Geschichte und haben einen haptischen Anspruch. Dadurch erhöht sich die Wertigkeit der gesamten Broschüre – und nach aussen natürlich auch die des Unternehmens.
Zukünftig sind auch hier die Details entscheidend: Innerhalb einer Broschüre lassen sich gezielt Highlights setzen. So ist es möglich, einzelne Fotos durch eine Veredelung mit Drucklack hervorzuheben. Das Ergebnis ist eine glatte, glänzende Oberfläche, die das Foto intensiv betont, Farben intensiviert und einen wertigen Eindruck hinterlässt.

Auch die Informationsmenge einer Broschüre stellt eine grosse Herausforderung dar. Es ist wichtig, alle relevanten Informationen in einer Kernaussage zu verdichten. Man vermeidet so eine Reizüberflutung des Lesers und das, ohne sich in Einzelheiten und irrelevanten Details zu verlieren. Folgen Sie doch dem Trend der Einfachheit. Schon immer war weniger mehr. Eine Reduktion auf das Wesentliche erzeugt in Architektur, Design und Gestaltung schon immer eine grosse Anziehungskraft und Akzeptanz.
Auf die Werbeschrift übertragen, ist es sinnvoll, wichtige Informationen auf je fünf Stichpunkte zu verteilen. So vermeidet man eine nicht zu bewältigende Informationsflut. Positiver Nebeneffekt: Fünf Stichpunkte bleiben besser im Gedächtnis des Betrachters haften als umschreibende Textpassagen. Man darf nicht vergessen, dass sich der Betrachter heute kaum noch die Zeit nimmt, um sich Werbung anzuschauen. Wieso sollte er sich also erst ein ganzes Prospekt durchlesen, um dessen Kernaussage zu begreifen?
Auf nicht verzichtbare detaillierte Informationen oder Preislisten kann im Anhang eines Prospektes oder auf einem Einlageblatt eingegangen werden. Dies hat den Vorteil, dass bei verändertem Wissenstand oder einer Preisaktualisierung nicht das komplette Prospekt neu gedruckt werden muss.
Weitere Möglichkeiten, um auf sich aufmerksam zu machen, sind untypische Formate. Wieso sollten nur DIN A4 oder DIN A5 das Mass aller Dinge sein? Hier gibt es unzählige Möglichkeiten, sich positiv hervorund von der Konkurrenz abzuheben. Denn es wird derjenige schneller wahrgenommen, der sich „gegen den Strom“ bewegt.

Hervorheben können sich Wellness-Anbieter aber auch durch ständige Wiederholung. Letzteres nicht in Form von Quantität der Werbemittel, sondern durch eine Wiederholung einzelner Faktoren, die in jeder Art der Werbung wiederzufinden sind. Das kann das Firmenlogo, ein gewisses Muster oder noch besser eine geeignete Hausfarbe sein, die sich durch alle Bereiche des Unternehmens wie ein roter Faden zieht. Angefangen bei der Hausund Spa-Broschüre über die Raumfarben bis hin zu Roomsetting und Handtüchern. So ist die Erinnerung an das Spa allgegenwärtig und man wird durch ein bestimmtes Logo, Muster oder eine Farbe direkt an das Unternehmen erinnert.
Das passiert bewusst, aber ebenso auch unbewusst. Wenn Sie gefragt werden, an was Sie ein gelbes Auto erinnert, kann es nur eine Antwort geben. Eben diese Assoziation ist es, die man sich zunutze machen muss, um seine Botschaft medienübergreifend und kontinuierlich zu publizieren. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Kontinuität in der Werbung erst den gewünschten Effekt einer Erinnerung erzielt. Massive Bewerbung stärkt zwar in den ersten 12–14 Wochen die Erinnerung an ein bestimmtes Produkt oder eine Dienstleistung, danach aber verflüchtigt sich dieser Eindruck. Kontinuierliche Werbung auf allen Ebenen hingegen steigert die Aufnahmebereitschaft bei den Kunden – und das bereits nach 20 Wochen.

Wellness-Werbung verlangt auch nach einer geeigneten Wortwahl. Anglizismen oder in die deutsche Sprache eingegliederte englische Worte und Fachbegriffe erfreuen sich dort, aufgrund von Globalisierung und vermeintlichem Trendbewusstsein, grosser Beliebtheit. Die Verwendung dieser Worte ist jedoch mit Vorsicht zu geniessen, da sie nicht jeder Gast gleich interpretieren kann. Es gibt dazu Experimente, die zeigen, dass englische Werbebotschaften den Konsumenten emotional kalt lassen, weil sie im Gehirn kein zugehöriges Bild erzeugen. Deutsche Werbebotschaften bzw. deutsche Begrifflichkeiten in Werbemitteln sprechen eine deutlichere Sprache als ihre englischen Pendants. Das gilt auch für Wellness-Behandlungen – oder aber man erfreut die Gäste mit einem kleinen Wellness-Begrifflexikon im Anschluss. Sie sehen, dass man mit kleinen, aber gezielten Überlegungen und durchdachten Werbelösungen ein grosses Instrument besitzt, um auf sein Spa aufmerksam zu machen. Eine Kombination aus vielen einzelnen Kriterien formt eine Werbung, die im Gedächtnis haften bleibt.

Alexander JahnDer Diplom-Designer (FH) und leidenschaftliche Fotograf studierte an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim und ist als freiberuflicher Designer für verschiedene Unternehmen und Konzerne tätig. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Kommunikationsdesign, grafische Gestaltung, Farbpsychologie und Beratung.
Kontakt: www.farbmodul.de
, www.wellnessfotografie.de