Die neue Gesundheitskultur

... zeigte sich auch auf der diesjährigen FIBO in Essen. Mit dem neuen Untertitel "Fitness, Wellness & Gesundheit" signalisierten die Veranstalter bereits im Vorfeld den Wandel hin zum Gesundheitsmarkt. body LIFE sprach mit namhaften Branchenkennern aus Industrie und Wissenschaft, welche Bedeutung der Bereich Medical Fitness ihrer Ansicht nach in Zukunft spielen werde.
"Kerngesund statt kränkelnd", so bezeichnet FIBO-Chef Olaf Tomscheit den Zustand der Fitness- und Gesundheitsbranche in den derzeitigen Krisenzeiten. Erstmals räumten die Messeveranstalter mit der "FIBO med" in Halle 1 dem Thema Gesundheit eine separate Ausstellungsfläche ein. Hier zeigten Aussteller Schnittstellen zwischen Fitnessbranche und Ärzteschaft auf. Dass diese immer bedeutender werden, bestätigt auch Andreas Steinle, Geschäftsführer des Zukunftsinstituts im Rahmen der Pressekonferenz: "Deutschland erlebt gerade den Aufbruch in eine neue Gesundheitskultur - die gleichzeitig auch begleitet ist von einer Verhaltensänderung der Menschen", so der Zukunftsforscher. Diese Aussage kann sicherlich auch auf die Schweiz übertragen werden.
Die Prognosen stehen gut: "Die Schnittmenge zwischen Medizin und Fitness wird immer grösser", sagt Antoni Mora, CEO von Proxomed. Diese Einschätzung teilt auch Zukunftsforscher Steinle.: Der nächste Aufschwung stehe ganz im Zeichen des Gesundheitsmarktes. Dabei seine es nicht die Ausgaben für Arztbesuche, die die Wirtschaft ankurbeln würden, viel entscheidender seien die Investitionen in unsere private Gesundheit. Die Bandbreite reiche dabei vom Bio-Joghurt über die Entspannungsmassage bis hin zu präventiven Bewegungsmassnahmen im Gesundheitsclub.
Gesundheitstrends zeichnen sich ab
"Generell lässt sich sagen", so Zukunftsforscher Steinle, "dass das Körperbewusstsein zunehmend spiritueler wird." Gesundheit verliere ihren reinen körperlichen Aspekt und werde durch psychische und seelische Komponenten ergänzt.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezeichnet Stress auch als die grösste Gesundheitsbedrohung der 21. Jahrhunderts. Neben Prävention und Bewegung werden vor allem auch Konzepte zur Stressreduktion und inneren Balance im Fokus vieler Anbieter stehen. "Jeder, der heute mit Gesundheit zu tun hat, muss auch stark in den Bereichen Ernährung, Familie, Job und Seele sein und versuchen, die Angebote möglichst breiter und ganzheitlicher zu gestalten", ist sich Steinle sicher.
Sport in der Krebstherapie
Dass Krafttraining auch aus therapeutischer Sicht eine wichtige Rolle spielen kann, bestätigt milon-Gesellschafter Mario Görlach gegenüber body LIFE. "Körperliches Training hat sehr positive Auswirkungen bei der Behandlung von Krebspatienten. Trainierende haben eine wesentlich höhere Überlebenschance". Aus diesem Grunde gibt es eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen milon und dem Krebsforschungsinstitut der Universität Heidelberg. Letztendlich geht es darum , dass Patienten erschöpfend trainieren müssen. Da sie aufgrund ihrer Erkrankung aber sehr schnell ermüden, gehe dies nur an Geräten, die das Gewicht nach hinten hin abbauen können. "An unseren Geräten wurden spezielle, an Isokineten ermittelte Kurven hinterlegt, mit denen ein solches Training möglich wird", so Görlach weiter. Das neue milon-Projekt nennt sich "astacus", die ursprüngliche Bezeichnung des europäischen Flusskrebses. "Die Entwicklung ist weitestgehend abgeschlossen, die Geräte werden demnächst präsentiert", so Mario Görlach abschliessend.
Ann-Catrin Scheibl
Interviews mit Steinle und Görlach
