Vital-Wellness mit Genussfaktor

Angebote für "Best Ager"
Mit 65 zählt sich heute kaum jemand zu den „Alten“ – für viele fängt jetzt ein neuer, aktiver Lebensabschnitt an, in dem sie sich ganz bewusst um das eigene Wohlbefinden kümmern. Verwöhnen Sie diese Zielgruppe mit massgeschneiderten Wellness- Angeboten.
Best Ager oder „50+“ werden in vielen Bereichen als die bedeutendste Käuferschicht der Zukunft angesehen. Um auch im Spa- und Wellnessbereich von der Kaufkraft dieser Zielgruppe zu profitieren, sollte man sich an deren Bedürfnissen orientieren. Interessant sind für die „Best Ager“ generell all jene Behandlungen, die Gesundheit und gleichzeitig Genuss und Wohlbefinden vermitteln sowie Angebote mit Anti- Aging-Charakter.
- Im Bereich Wannenbäder können dies zum Beispiel Funktionen wie Unterwassermassage sein, aber auch Kräuterzusätze, Öldispersion und Bäder mit Totem Meersalz und anderen gesundheitsfördernden Zusätzen.
- Auch Körperpackungen sollten einen gewissen Gesundheitsaspekt aufweisen. So bieten sich Heupackungen, Moor- oder Algenpackungen, aber auch Ziegenbutter- oder Grünteepackungen an.
- Bei den Körpermassagen stehen Schröpfmassagen, Lymphdrainagen, Anwendungen mit intensiv wirkenden Ölen, wie etwa Johanniskraut- oder Nachtkerzenöl, sowie Kräuterstempel- Massagen hoch im Kurs. Auch das Thema Ayurveda interessiert immer mehr ältere Menschen.
- Bei den Gesichtsbehandlungen stehen all jene Anwendungen im Vordergrund, die eine hautverjüngende und -straffende Wirkung haben.
Seniorenangebote sind tabu
Um die Kaufentscheidung zu erleichtern, bietet es sich an, aus angebotenen Einzelleistungen preislich attraktive Wohlfühl- Pakete zu schnüren. Diese müssen nicht nur auf Wellness beschränkt sein, sondern können sich durchaus aus unterschiedlichen Trainings- und Wohlfühlkomponenten zusammensetzen.
Dabei darf man jedoch bei der Namensgebung solcher Angebote keinesfalls den Fehler machen, die Zielgruppe direkt zu benennen. Denn diese Kunden fühlen sich viel jünger, als sie sind, und möchten „dazugehören“– spezielle Angebote für Kunden ihrer Altersklasse würden sie eher boykottieren. Tabu sein sollten Bezeichnungen wie „50plus-Programm“ oder „Senioren-Wellness“. Gut geeignet sind Namen im Stil von „Total-Vital- Programm“, „Gesund & Fit“ etc.
Auch der Genuss darf bei der Beschreibung der Anwendungen nicht zu kurz kommen. Ältere Gäste möchten sich genauso verwöhnen lassen und sich etwas Gutes tun wie andere Zielgruppen von Wellness-Anwendungen. Eine allzu nüchterne Beschreibung des Angebots ist also nicht empfehlenswert.
Ältere Kunden können in der Regel zu anderen Zeiten ins Studio kommen als Berufstätige. Dies kann ein grosser Vorteil sein, wenn man diese Zielgruppe mit besonderen Arrangements zu auslastungsschwachen Tageszeiten ins Studio lockt. So können also gerade diesen Kunden Spa(r)-, Early-Bird- und Happy-Hour-Programme angeboten werden.
Mit Achtsamkeit punkten
Extrem wichtig für ältere Kunden ist das Vertrauensverhältnis zum Behandler. Gerade wenn es darum geht, sich vor einer meist sehr viel jüngeren Person auszuziehen, muss eine besonders sichere Atmosphäre herrschen, damit sich ein älterer Mensch wohl und gut aufgehoben fühlt. Es ist also keine gute Idee, ihn beispielsweise minutenlang alleine halbnackt auf einer Massagebank liegen zu lassen. Gerade hier sollten die Abläufe gut geplant sein; so sollte der Körper des Kunden stets mit einem grossen Laken bedeckt sein.
Ähnliches gilt übrigens auch für die Beratung bei Pflegeprodukten. Vertrauen in die beratende Person ist hier noch entscheidender als bei anderen Kundengruppen. Manche ältere Kunden sind übrigens relativ beratungs-resistent gegenüber der Antifalten-Wirkung von Produkten. Hier macht es eindeutig mehr Sinn, in Richtung „gesundes und vitales Aussehen“ zu argumentieren.
Sylvia Glückert
Die Autorin ist Wellness-Expertin und Spa-Consultant. Mit Ihrem Unternehmen WellConsult (www.wellconsult.de) berät Sie u.a. Wellnessanlagen, Hotels und Day Spas. Ihre Schwerpunkte sind Konzeptplanung sowie Erfolgscoaching.
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