Klimaschutz mit einem Dreh

Seit August 2007 bekommen alle Fitnessclubs ihr Engagement im Klimaschutz mit barer Münze ausbezahlt. Hierzu müssen sie sich nur an dem vom Zürcher Umweltberatungsbüro GAMMARUS initiierten und vom SFCV unterstützten Klimaschutzprojekt „Klimaschutz mit einem Dreh“ beteiligen.

Fast alle Medien werden zurzeit von einem Thema beherrscht: dem Klimawandel. Kein Wunder, denn die negativen Auswirkungen des Klimawandels, wie Gletscherschmelze, Hochwasser und Dürren, sind bereits an vielen Orten sichtbar. Als Grund für die globale Erwärmung gilt dabei vor allem die CO2-Emission.

Klimaschutz ist gut fürs Image

Neun von zehn Europäern sorgen sich um den Klimawandel. Damit ist das Thema längst im Alltag und Bewusstsein der Menschen angekommen. Klimaschutz ist wichtig und wird daher von fast allen Menschen entsprechend honoriert, auch im Fitnessbereich. Darum lohnt es sich, als Fitnessclub Massnahmen im Klimaschutz zu ergreifen und diese entsprechend zu kommunizieren. Mit einem klimaschonenden Image hebt man sich vom Rest der Branche ab und erhält viele Sympathien, welche die Kundenbindung stärken; nicht unwichtig in einem so hart umkämpften Markt wie diesem.
Wer mitmacht und seine Duschen auf wassersparende Modelle umrüstet, dem wird bis zum Jahr 2012 jährlich eine Klimarappenprämie von 10,– CHF pro nachweislich eingesparter Tonne CO2 ausbezahlt. Ein Projekt, das sich bezahlt macht – nicht nur für die Clubs, sondern auch fürs Klima!

Energie sparen heisst Kosten sparen

Möglichkeiten, als Fitnessstudio etwas für den Klimaschutz zu tun, gibt es wie Sand am Meer. Das zeigen auch die Ergebnisse des Ressourcenschutz-Pilotprojektes „Die fittesten Fitnesscenter“, das von verschiedenen Umweltämtern und dem SFCV von 2005 bis 2006 durchgeführt wurde (siehe body LIFE Swiss 2/2006). Die einfachsten und günstigsten Massnahmen sind Änderungen im Verhalten und der Organisation. So kann das Personal dazu angeleitet werden, unbenötigte Geräte, Lüftungen, Beleuchtungen etc. auszuschalten und den Betrieb von Anlagen zu optimieren. Darüber hinaus wird empfohlen, die Anlagen des Clubs zu sanieren oder ggf. durch Energiesparmodelle zu ersetzen. Wer zum Beispiel konsequent Energiesparlampen einsetzt, kann den Stromverbrauch für Beleuchtung um 75% senken. Weitere Beispiele wären energiesparende Kühlschränke, Fitnessgeräte, Haartrockner, Duschen usw. Die Amortisierung der Investitionskosten rechnet sich betriebswirtschaftlich durch den geringeren Verbrauch von Energie.
In sechs Pilotfitnessstudios ermittelte das Projekt „Die fittesten Fitnesscenter“ Einsparpotenziale von ca. 16.000 CHF pro Jahr – eine Grössenordnung, die den Unterschied zwischen Gewinn und Verlust ausmachen kann. Als besonders lohnend erwies sich die Sanierung der Duscharmaturen, da hier sowohl Energie (Wärme) als auch Wasser eingespart wird.

Klimaschutzprojekt „Klimaschutz mit einem Dreh“

Wenn diese Argumente noch nicht reichen, um sich als Fitnessstudio im Klimaschutz zu engagieren, so wird eine positive Entscheidung zukünftig noch leichter gemacht. Denn ab Juli/August 2007 bekommt man sein Engagement direkt ausbezahlt. Wie das geht? Ganz einfach: durch eine Kooperation mit dem vom Zürcher Umweltberatungsbüro GAMMARUS initiierten und durch die Stiftung Klimarappen geförderten Klimaschutzprojekt „Klimaschutz mit einem Dreh“. Ziel des Projektes ist es, Menschen zu motivieren, wassersparende Duschköpfe einzusetzen. Dadurch sollen in den nächsten fünf Jahren mindestens 2.000 Tonnen CO2 vermieden werden. Beim Duschen entsteht sehr viel CO2, weil beim Erwärmen des Wassers in der Regel Heizöl verbrannt wird. Durch den Einsatz von wassersparenden Duschen kann der Wasserverbrauch und damit auch der CO2-Ausstoss halbiert werden, und das ohne Einbussen beim Duschkomfort. Denn die im Projekt verwendeten Duschköpfe sorgen durch eine neuartige Turbulenztechnik für das gleiche Duschgefühl bei halbierter Wassermenge (siehe Abb. u. re.).
Da in Fitnessclubs der Wasser- und Energieverbrauch durch Duschen sehr hoch ist, hat sich der SFCV entschieden, bei dem Projekt „Klimaschutz mit einem Dreh“ mitzumachen. Die Kampagne knüpft an das Projekt „Die fittesten Fitnesscenter“ an.

Win-Win-Situation für alle

Eine Beispielrechnung zeigt, dass eine Tonne schnell gespart ist: Ein mittelgrosser Club kommt auf ca. 50.000 Duschgänge im Jahr. Bei einer mittleren Duschzeit von fünf Minuten, einem Wasserverbrauch von 20 Litern/Minute bei herkömmlichen Duschköpfen (sehr konservative Annahme), einer Reduktion des Wasserverbrauchs von 50% pro Duschgang und einem CO2-Faktor von 0,0126 kg CO2/Liter Warmwasser können pro Jahr 31,5 Tonnen CO2 eingespart werden. Das sind immerhin 315,00 CHF jährlich. Zudem können bis zu 11.000 CHF pro Jahr an Wärme- und Wasserkosten gespart werden.
Ein Projekt mit Vorteilen für alle Seiten: Der Club profitiert durch ein ökologisches Image, Kosteneinsparungen und die jährliche finanzielle Zuwendung. Der Kunde duscht zum gleichen Komfort und das Klima wird deutlich entlastet. Um das Engagement im Klimaschutz an den Kunden zu kommunizieren, bietet GAMMARUS verschiedene Möglichkeiten an. So erhält jeder Club wasserfeste Aufkleber, die über das Projekt und die sparsamen Duschen informieren. Ausserdem können Medienmitteilungen erstellt werden. Besonders engagierte Clubs können ihre Klimarappenprämie einer Umweltorganisation stiften und dies über GAMMARUS kommunizieren lassen.
Claude Ammann

Mitmachen
Gesucht werden nun Fitnessstudios, die ihre Duschen mit den wassersparenden Duschköpfen ausrüsten. Der Kostenpunkt liegt bei 33,– bis 39,– CHF pro Handbrause und 79,– CHF pro Wandbrause. Der Installationsaufwand ist minimal, da die Duschköpfe auf alle gängigen Verschlusssysteme passen – abschrauben, aufschrauben, fertig! Und der Clou: Wenn man seine Duschen umrüstet und nachher z.B. durch seine Heizölabrechnung oder den Warmwasserzählerstand nachweisen kann, Energie (und damit CO2) eingespart zu haben, dann bekommt man dieses Engagement mit 10,– CHF pro Tonne und Jahr eingespartem CO2 vergütet. Und das bis zum Jahr 2012! Denn so lange wird das Projekt von der Stiftung Klimarappen gefördert. Fitnessclubs, die am Projekt mitmachen oder sich informieren möchten, melden sich am besten bei GAMMARUS (Ansprechpartner ist Sascha Kardaetz, Tel.: 044 242 07 00) oder besuchen die Seite www.warmduschen.info/fitnesscenter. Hier besteht ausserdem die Möglichkeit, sich über einen Onlinerechner die möglichen Einsparungen und finanziellen Erträge im Vorfeld kalkulieren zu lassen.