Ökologische Verbesserungen zahlen sich aus

Erfolgskontrolle des Pilotprojektes „Die fittesten Fitnesscenter“
Seit 2005 begleitet body LIFE das Pilotprojekt „Die fittesten Fitnesscenter“. Sechs Studios haben sich dem Thema „Ressourcenschonung“ im Studio mit Unterstützung des Amtes für Umweltschutz und Energie Baselland angenommen. Auch der SFCV wurde mittlerweile in das Projekt integriert. Ziel war es, Umwelt und Geldbeutel zu schonen. Die Ergebnisse lesen Sie im Folgenden.
Sechs Fitnesscenter starteten 2005 dieses Projekt, um gezielt Strom, Wärme und Wasser und damit gleichzeitig Betriebskosten einzusparen. Das Amt für Umweltschutz und Energie Baselland hat nun die Zahlen und Daten des Pilotprojekts ausgewertet und stellt die Schlussergebnisse vor.
Vorher – nachher
Zu Beginn des Projekts waren für die teilnehmenden sechs Pilotcenter die mögli- chen Sparpotenziale abgeschätzt worden. Danach wählten die Center individuell die für sie geeigneten Optimierungsvorschläge aus.
Während des Projektes wurden Kennzahlen erarbeitet, die als Orientierungsgrössen für die Selbstbewertung und den Erfahrungsaustausch mit anderen Centern dienten. Teilweise musste man sich dabei auch auf Erfahrungswerte verlassen, da konkrete Verbrauchszahlen fehlten. So wurde zum Beispiel der mittlere Verbrauch von Duschwasser auf etwa 27 Liter pro Kunden geschätzt.
Zur Bewertung des Projekts wurden am Ende die tatsächlichen Spareffekte anhand der Abrechnungen verglichen.
Kostenpotenzial Beleuchtung
Die Beleuchtung im Studio ist ein wichtiges Thema, um Energie zu sparen, da viele Studios lange Öffnungszeiten haben und in unterschiedlichen Trainingsbereichen mit verschiedenen Lichteffekten gearbeitet wird. Eine ineffiziente Beleuchtung im Dauerbetrieb kann hohe Kosten verursachen. Zusammen mit einem unabhängigen Beleuchtungsplaner wurden daher alle „Lichtquellen“ hinterfragt und Sparpotenziale aufgedeckt.
Ziele einer optimierten Beleuchtung:
Kostenoptimierung,
verbesserter Komfort für die Kundschaft,
Werterhalt der Beleuchtungsanlage.
Wichtige Ergebnisse:
Elektrizitätsverbrauch: Die Beleuchtung beansprucht über ein Viertel des gesamten Elektrizitätsverbrauchs in einem Studio. Rund ein Drittel aller im Pilotprojekt vorgeschlagenen Stromsparmassnahmen steckt allein in diesem Bereich und macht damit etwa 10’000 kWh/Jahr aus.
Kosten: Die geschätzten Elektrizitätskosten für die Beleuchtung betragen für ein mittleres Center von 1’500 Quadratmeter durchschnittlich CHF 7’000.– bis 8’000.– pro Jahr. Das Potenzial der Einsparungen der Beleuchtungskosten beträgt im Durchschnitt CHF 2’300.– pro Jahr, inbegriffen der Minderaufwand von Betriebskosten und Unterhalt durch längerlebige Leuchtkörper.
Finanzierung: Beleuchtungsanlagen haben eine Lebensdauer von über zehn Jahren. Daher wurden Pakete mit Massnahmen empfohlen, die insgesamt Energie einsparen, den Wert bestehender Anlagen erhalten sowie den Komfort verbessern. Der in der Branche akzeptierte Amortisationszeitraum für energiesparende Investitionen ist mit unter fünf Jahren relativ kurz, wurde aber erreicht. Die Überlegung, mit Ressourcenschonung Eingespartes aus anderen Bereichen (z.B. reduzierter Warmwasserverbrauch) anzurechnen, muss sich in der Praxis erst noch durchsetzen.
Ökologie/Betriebsaufwand: Die empfohlenen Massnahmen zum Verbessern der Beleuchtung verursachen wenig Abfälle wie alte Trafos, Starter und Ähnliches, die als Elektronikschrott zu entsorgen sind. Weder Abfälle noch erforderliches Neumaterial fallen in Anbetracht der zu erwartenden Energieeinsparung während 15 Jahren ökologisch ins Gewicht.
Moderne Sparlampen und Leuchtstoffröhren haben eine längere Lebensdauer, wodurch die Häufigkeit des Austausches und damit Arbeitszeit und Abfälle sowie entsprechende Kosten reduziert werden. Defekte Leuchtmittel gehören in die vorgesehenen Entsorgungskanäle.
Spar-Tipps
Beleuchtung abstimmen auf den effektiven Bedarf und die nötige Intensität (Tageslicht, helle Flächen und Bedarf für Grundbeleuchtung berücksichtigen).
Betriebszeiten über Bewegungsmelder etc. regeln.
Die benötigte Beleuchtungsintensität energieeffizient bereitstellen (Leuchtstoffröhren, Sparlampen).
„Mehrwert“ im Bereich Komfort/Kundenzufriedenheit lässt sich auch bei gleichzeitiger Stromeinsparung erzielen.
Stehen Massnahmen für Erneuerung oder Werterhalt an, dann sind Stromsparmassnahmen in die Planung einzubeziehen. Entsprechendes gilt auch für andere Optimierungsbereiche wie Haustechnik (Lüftung, Klima, Heizung) und übrige Anlagen im Fitnesscenter.
Damit die empfohlenen Massnahmen erfolgreich in die Praxis umgesetzt werden, sind die Ergebnisse des Fachplaners mit den Offerten der anbietenden Handwerksbetriebe abzustimmen.
FAZIT Im Rahmen der Erfolgskontrolle beurteilten die am Pilotprojekt beteiligten Fitnesscenter das Vorgehen und die erreichten Resultate durchweg positiv. Diese Reso nanz wurde durch die Kombination von betrieblichem Know-how zusammen mit einer kritischen und objektiven Expertenmeinung ermöglicht. Die intensive externe Begleitung stellte sicher, dass die Massnahmen und Verbesserungsvorschläge von den Centern auch neben dem Tagesgeschäft umgesetzt wurden.
Auf diese Weise haben die Fitnesscenter die selbstgesteckten Ziele weitgehend erreicht und neue Motivation für eine Verbesserung in anderen Bereichen gewonnen.
Die Pilotcenter beabsichtigen, die Optimierungsmassnahmen in verschiedenen Bereichen weiterzuführen und diese Erfahrungen auch bei weiteren Themen zu nutzen (vgl. Grafik „Absichten für künftiges Engagement“).
Damit sind gute Grundlagen geschaffen worden, um Ressourcenschonung zu einem Dauerthema innerhalb der Betriebsführung zu machen und immer wieder nach Verbesserungsmöglichkeiten zu suchen.
Bedeutung für die Fitnessbranche: Die Einsparungen bei Strom, Wärme und Wasser bedeuten eine nicht unerhebliche Kostenreduktion. Diese ist Ansporn für eine Fortführung der Arbeiten und den Einbezug weiterer Themenfelder.
Damit diese Möglichkeit auch anderen Centern offen steht, hat das Beratungsunternehmen Inline anhand der Erfahrungen aus dem Pilotprojekt ein eigenes Arbeitsinstrument entwickelt, das in Kürze auf dem Markt verfügbar sein soll (Infos: oswald(at)inlineconsulting(dot)de).
Den beteiligten Umweltfachleuten hat sich gezeigt, dass mit kompetenter Beratung beachtliche Resultate erreicht werden konnten. Erfreulich ist, dass sich die Ergebnisse des Pilotprojekts bereits herumgesprochen haben und dass immer mehr Studios Interesse bekunden, die Ressourcenschonung in das eigene Center zu integrieren und das Thema in Angriff zu nehmen.
Daniel Egli, Projektleiter des Amtes für Umweltschutz und Energie Baselland. Infos: www.energie.bl.ch oder www.sfcv.ch



