Fitnessstudio der Zukunft

Wissen, was 2007 in den Studios angesagt ist

Trends zu erkennen oder zu setzen ist in der heutigen, schnelllebigen Zeit wichtig. Damit dies gelingt, werden Erfahrungswerte benötigt. Die neue body LIFE-Studie 2006/07 bietet dem Fitness-, Health- und Wellness-Markt wichtige Hinweise, vermittelt Erkenntnisse und ermöglicht Vergleiche. Sie beruht auf umfangreichen Befragungen von Kunden und Mitarbeitern in Fitnessclubs.

Um als Studiobesitzer erfolgreich sein zu können, ist es von Bedeutung, die Wünsche der eigenen Kunden zu kennen und umzusetzen. Damit das geschehen kann, ist es auch notwendig, in die Zukunft zu schauen. Fragen wie z.B. „Welche Trends werden sich im Bereich des Fitnessmarkts durchsetzen?“ und „Welche Investitionen sind dadurch für das eigene Studio notwendig?“ stehen im Vordergrund. Ebenso ist es von Bedeutung zu erkennen, welche Zielgruppen in näherer Zukunft die Fitnessclubs dominieren werden und welche Veränderungen dadurch im Angebot vorgenommen werden müssen.

Übersicht über die allgemeine Fitnessentwicklung

Anhand der Grafik 1 wird deutlich, dass die Zahl der Optimisten in der Fitnessbranche sichtbar rückgängig ist. Vergleicht man die Zahlen derjenigen, die von einem Abschwung in den nächsten zwei Jahren ausgehen, so zeigt sich, dass sich die Anzahl von 2001 bis 2006 mehr als verdoppelt hat. Im Gegensatz dazu ist zu erkennen, dass der Anteil der Studiobetreiber, die von einem gleichbleibenden Trend ausgehen, in den letzten Jahren stetig gestiegen ist. Besitzer von reinen Damenstudios sehen im Allgemeinen die Geschäftsentwicklung negativer als die Inhaber von gemischten Clubs. Ein ähnlicher Vergleich lässt sich auch zwischen Monoblock- und Multifunktionsanlagen aufstellen.

Trend 1 – Kooperationen sind gefragt

Mittlerweile sind ca. 74% der befragten Studios eine Partnerschaft mit einem anderen Unternehmen eingegangen. Kooperationen mit Krankenkassen (78,9%) und Ärzten bzw. Physiotherapeuten (37,3%) stehen dabei im Vordergrund. Im Jahr 2005 waren es ungefähr 20% weniger Fitnessclubs, die eine solche Partnerschaft eingegangen sind. Durch diese Zusammenarbeit lässt sich ein weiteres Mitgliederpotenzial erschliessen, der Bekanntheitsgrad erhöhen und zudem die Kompetenz des Personals verdeutlichen. Insgesamt spiegelt sich auch bei den Kooperationen der Studios die weiter ansteigende Orientierung an gesundheits- und medizinorientierten Einrichtungen wider.

Trend 2 – „Best Agers“ bleiben vorne

Anhand der Altersstruktur in Europa lässt sich erkennen, dass die Tendenz hin zu einer generellen Überalterung der Bevölkerung geht. Daraus ergibt sich, dass das Angebot der Fitnessclubs immer mehr der Zielgruppe „Best Agers“ angepasst wird. Dieser Zielgruppe gehören alle Personen über 50 Jahre an. 2006 bezeichneten 50,6% der Studioinhaber diesen Personenkreis als Zielgruppe Nummer 1 der Zukunft. Der Trend der immer älter werdenden Gesellschaft hält auch in den nächsten Jahren an. Deutliche Zunahmen sind ausserdem bei folgenden Zielgruppen/Zielen zu beobachten: „Middle Agers“ 33%, Gesundheit 30,8%, Abnehmen 21,8% und Frauen 16%. Klar zu erkennen ist, dass die Zielgruppe der Jugendlichen mit 6,6% deutlich weniger wichtig ist, als dies noch im Jahr 2005 mit 17,2% der Fall war.

Trend 3 – Kürzere Trainingseinheiten

Auf die Frage, ob die Trainingskonzepte der Fitnessstudios zukünftig kürzer (30–45 Min.) und für den Kunden ergebnisorientierter gestaltet werden müssten, antworteten 43% der Befragten mit Ja. Auffällig ist, dass die Antworten der Mitglieder von der Grösse des Studios abhängen, in dem sie trainieren. In kleinen Studios mit maximal 500 Mitgliedern waren 33% von der Notwendigkeit kürzerer Trainingsprogramme überzeugt, während es in den mittelgrossen Clubs, in denen maximal 1.000 Mitglieder trainieren, bereits 50% waren. In den Clubs mit mehr als 1.000 Mitgliedern waren sogar 53% vom Sinn kürzerer Trainingseinheiten überzeugt.
Die Notwendigkeit von kürzeren Trainingseinheiten wird durch den Aspekt, dass „Zeitmangel“, der laut body LIFEStudie der Hauptkündigungsgrund Nr. 1 ist, verdeutlicht. Auffällig ist zudem, dass die Einschätzungen, was die Wichtigkeit der Messung von Trainingszielen angeht, stark zugenommen haben. Studiobetreiber halten es deswegen für sehr wichtig, Trainingsergebnisse schnell und sichtbar dokumentieren zu können. Daraus ergibt sich, dass eine geeignete Trainingssoftware für die Umsetzung der Zielkontrolle zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung von neuen Trainingskonzepten spielt das Personal in den Studios. Es ist zu beobachten, dass der Aspekt der Mitarbeiterqualifizierung von den kleinen, mittleren und grossen Studios nahezu gleich eingeschätzt wird. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede im Bereich der Kundenbetreuung. Rund 40% der kleinen und mittleren Studios, mit bis zu 1.000 Mitgliedern sehen in diesem Punkt ihren Vorteil, während dies bei den grossen Studios nur noch 22% sind. Dies zeigt also, dass grössere Fit- nessstudios im Vergleich zu den mittleren und kleinen Studios, die eigene Betreuungsleistung schlechter einschätzen.

Trend 4 – Investitionen in Prävention und Gesundheit

Bei den Investitionen unterscheidet die body LIFE-Studie zwischen Cardiobereich, Kraftgeräte, Sauna/Solarium, vernetzter Trainingssoftware und Ausgaben für Prävention und Gesundheit.
80 Studios planen laut Studie im Jahr 2007 weitere Investitionen im Cardiobereich. Der vorgesehene Betrag liegt durchschnittlich bei 56.800 CHF. Damit liegen die geplanten Ausgaben für 2007 in einem vergleichbaren Rahmen wie 2006.
Im Kraftbereich planen ungefähr 75 Studios bzw. 15% Erweiterungen. Jeder investitionsbereite Club ist bereit, ca. 60.295 CHF für diesen Bereich auszugeben. Der Trend der letzten Jahre, hohe Ausgaben für Kraftgeräte zu tätigen, setzt sich also fort.
Ein deutlicher Anstieg der Umsätze ist bei den Saunen und Solarien zu erwarten. Die Anzahl der Käufer entspricht 2007 mit 8% in etwa der des Vorjahres. Die geplanten Investitionen für Saunen und Solarien steigen dagegen um mehr als das Doppelte an.
Im Bereich der vernetzten Trainingssoftware fällt auf, dass nur noch acht der befragten Clubs bereit sind zu investieren. Im Jahr 2006 waren es dagegen noch 25 Clubs. Obwohl 2007 weniger Clubs investieren möchten, steigt das Ausgabevolumen auf ca. 28.210 CHF pro Club an.
Der grösste „Ausgabentrend“ im Jahr 2007 ist im Bereich Präventions- und Gesundheitskonzepte zu erkennen. Über 90% der Clubs geben in der body LIFE- Studie an, im kommenden Jahr in diesen Bereich investieren zu wollen. Insgesamt wird dafür rund ein Viertel der gesamten Investitionsmittel vorgesehen. Erstaunlich ist, dass Fitnessstudios mit weniger als 1.000 Mitgliedern nahezu ihr gesamtes Investitionsvolumen für diesen Bereich ausschöpfen wollen, um sich so dem allgemeinen Markttrend anzupassen. Die Entwicklung, für Prävention und Gesundheit Geld auszugeben, steht im Zusammenhang mit dem Trend, dass immer mehr Fitnessclubs ihr Angebot gesundheits- und medizinorientiert ausrichten.

FAZIT Die befragten Clubbetreiber vertreten die Meinung, dass die Fitnessanlagen in Zukunft eine sehr wichtige Rolle im Wachstumsmarkt Gesundheit einnehmen werden. Die Positionierung der Fitnessstudios geht vom ganzheitlichen Gesundheitsdienstleister in Richtung gesundheits- und medizinorientiertes Studio, was alleine die Bereitschaft, in diesen Bereich zu investieren, verdeutlicht. Die Tatsache, dass immer mehr Fitnessstudios Kooperationen mit Krankenkassen, Ärzten und Physiotherapeuten eingehen, bestätigt, dass der Trend in Zukunft zu gesundheits- und medizinorientierten Studios geht. Constantin Wilser, Ralf Würtenberger und Gerd Volland