Fitness unter den Top Ten

Eine Zusammenfassung der Studie „Sport Schweiz 2008“

Auf dem „Magglingertag“ 2008 präsentierte des Bundesamt für Sport BASPO die Resultate der bislang umfangreichsten Befragung zu Sportaktivitäten und –bedürfnissen in der Schweiz. Nachdem im Jahr 2000 die Befragung noch 2.000 Personen umfasste, wurden für die aktuelle Studie, die von der  Lamprecht & Stamm Sozialforschung und Beratung AG durchgeführt wurde, 11.000 Personen befragt. Aurel Hosennen vom Bundesamt für Sport BASPO hat die Ergebnisse zusammengefasst.

Die Studie „Sport Schweiz 2008“, herausgegeben vom Bundesamt für Sport BASPO, beleuchtet das Sportverhalten der Schweizer Bevölkerung. Die Studie ist eine Neuauflage der im Jahre 2000 publizierten Studie „Sport Schweiz 2000“. Im Vergleich beider Studien zeigt sich: der Anteil regelmässiger Sportler ist in den letzten acht Jahren gestiegen. Fitnesstraining und Aerobics rangiert dabei unter den zehn beliebtesten Sportarten.

Sportler oder Nichtsportler
„Physische Fitness ist die Voraussetzung zum Glück“, resümiert Joseph Pilates, Begründer der Pilates Bewegung, in seinem Werk Return to Life Through Contrology. Knapp drei Viertel der Schweizer Bevölkerung beherzigen diesen Rat. Dies lassen die Ergebnisse der Studie „Sport Schweiz 2008“ annehmen. Demnach ist Sport bei 73% der 15- bis 74-Jährigen ein fixer Bestandteil der Freizeitgestaltung. Der „helvetische Fünfkampf“ Radfahren, Wandern, Schwimmen, Skifahren und Jogging dominiert weiterhin die Liste der beliebtesten Sportarten. Dahinter folgt Fitnesstraining und Aerobics. Dabei ist die Zahl der Nichtsportler in den letzten acht Jahren stabil geblieben und die Frauen sind weiterhin auf Aufholjagd. Mittlerweile ist der Anteil von sportaktiven Frauen (39%) und Männern (41%) fast gleichauf. Dies sind erfreuliche Entwicklungen und bestätigen die steigende Popularität von Sport im Allgemeinen. Überragende 98% der Befragten sind denn auch der Meinung, dass sich Sport positiv auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen auswirkt. Trotzdem: das Segment der Gelegenheitssportler ist fast gänzlich verschwunden und mit zunehmendem Alter nimmt die Inaktivität zu. Als problematische Themen im Umfeld Sport nennen die Befragten Doping (32%), die Kommerzialisierung (28%) und den Hooliganismus (12%).

Motive für und gegen Sport
Die Gründe, warum Sport getrieben wird, sind vielfältig. Darunter fallen Motive wie „fit und trainiert sein“, „Zusammensein mit Kollegen“ oder „Erfahrung von Grenzen“. Die wichtigsten Gründe bleiben jedoch „Gesundheit fördern“, „Spass haben“ und „Abschalten“. Dabei dominiert das Motiv „Gesundheit fördern“ über alle Alterskategorien hinweg die Hitliste. Der Leistungsvergleich spielt gemäss Studie eine eher untergeordnete Rolle. Eine Erklärung dafür oder auch eine Folge daraus könnte sein, dass nur noch ca. 20% aller Sporttreibenden in der Schweiz an Wettkämpfen teilnimmt.
Bei den Nichtsportlern gibt die Mehrheit an, sie hätten zu wenig Zeit für Sport (41,8%). Der fehlende Spass an Sport oder gesundheitliche Probleme sind weitere Gründe, wieso Sport gemieden wird. Fragt man Nichtsportler, welche Sportarten oder Bewegungsformen sie in Zukunft gerne nachgehen würden, wird an erster Stelle Fitnesstraining und Aerobics genannt.

Nichtsportler mit Fitnesstraining abholen
Mit Fitnesstraining und Aerobics bevorzugen Nichtsportler eine Sportart, die heute schon weit verbreitet ist. Damit Nichtsportler mit Sport beginnen, müssten sie nach eigenen Angaben „mehr Zeit haben“ (45%), „besserer Gesundheit sein“ (17%) oder „Kollegen und Freunde müssten bei der Motivation mithelfen“ (11%). Bereits heute sind 14% der Schweizer Bevölkerung Mitglied in einem Fitness- oder Sportcenter. Die Befunde zu den Wunschsportarten von Nichtsportlern zeigen jedoch, dass in diesem Bereich noch einiges an Potential brach liegt. Betrachtet man die Altersstruktur der aktiv Sporttreibenden für Fitnesstraining und Aerobics fällt auf, dass Frauen im mittleren Alter (30 bis 44 Jahre) am ehesten dafür zu begeistern sind. Männer hingegen verlieren mit steigendem Alter zunehmend das Interesse an Fitnesstraining und Aerobics.

Soziale Unterschiede in der Sportaktivität
Schwimmen sowie Fitnesstraining und Aerobics sind zudem die Sportarten, die man gerne häufiger ausüben möchte. Die Studie zeigt ebenfalls, dass eine Reihe sozialer Unterschiede in der Sportaktivität erkennbar sind. Je höher das Bildungsniveau, die berufliche Stellung und das Einkommen, desto höher die sportliche Aktivität. Erfreulich jedoch, dass gerade bei den Nichtsportlern der finanzielle Aspekt erst an siebter Stelle kommt. Die zuvor genannten Gründe wie „zu wenig Zeit“ oder „fehlende Motivation“ spielen eine wichtigere Rolle. Dies lässt hoffen, dass Sportanbieter weitere Nichtsportler für Sport begeistern können und so einen wesentlichen Beitrag für die Volksgesundheit leisten.

Aurel Hosennen